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Zuckerguss nach Noten

Volkschor und Kammerphilharmonie führten Weihnachtsoratorium auf
VON DIETMAR FRATZ

Bergheim. Das Bachsche Weihnachtsoratorium ist seit der Barockzeit vor allem in der westlichen Welt der Inbegriff der Weihnachtsmusik.

Der Volkschor Bergheim und die Kammerphilharmonie Rhein-Erft führten im Medio die ersten drei Teile auf.
„Jauchzet, frohlocket“ stellt das Motto nach den eröffnenden Paukenschlägen vor. Der Chor hatte den Eingangschor fest im Griff. Mit großer Klangbreite, unterstützt von einigen Gastsängern, schwangen sich die rund 60 Choristen zur Festfreude auf.

Neben den Pauken und Trompeten, die den weihnachtlichen Zuckerguss für das Werk lieferten, legte der Bergheimer Musikdirektor Christian Letschert-Larsson Wert auf klare Formgebung. So bestachen besonders die betrachtenden Passagen und die gut nuancierten Choräle. Sowohl Chor als auch Orchester wussten in schönen Melodien zu schwelgen, sorgten mit luftigen Phrasierungen aber immer wieder auch für erfreuliche Transparenz.

Fugen und Fugatos gelangen bestens einstudiert, und auch in den Männerstimmen-Themenköpfen herrschte gute Ordnung und ausgewogene Präsenz. Dass einzelne kritische Einsätze – auch im Sopran – ein paar Zehntelsekunden des Einschwingens auf die richtige Frequenz bedurften, wurde durch kultivierte Dynamik locker wettgemacht. Letschert-Larsson trieb seinen Chor mit jovialer Geste zu süffigem Forte und mit kleiner Geste zu gut umgeschaltetem Piano.

Die Kammerphilharmonie tat den Zuhörern den Gefallen, das wohl schon dutzende Male gegebene Werk nicht routiniert abzuspulen. Die Streicher folgten der Intention des Dirigenten willig und in sauberer Tongebung. Schöne Soli gaben die Trompeten bei der Bassarie „Großer Herr, o starker König“ und bestachen auch im Piano-Teil.

Die Flöte tauchte die Hirtenszene der Tenorarie („Frohe Hirten, eilt“) in idyllisch perlendes Laufwerk. Die Oboen sekundierten beim Duett „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“ in vorbildlicher Synchronität und mit sonorer Eleganz zusammen mit Fagott und Kontrabass in der solide abgestimmten Continuo-Gruppe um Organist Thomas Pehlken. Die Arie „Schließe, mein Herz, dies selige Wunder fest in deinem Glauben ein“ begleitete Konzertmeister Alexander Yakoniuk an der Geige in bewegt vorgetragenen Motiven gegen das ruhige Alt-Solo.

Sopranistin Anabelle Heinen gefiel unter anderem mit einer klangschönen Engelspartie („Fürchtet euch nicht“). Sybilla Maria Löbbert (Alt) sang mit viel Ausdruck besonders in den vorweihnachtlichen Eingangsnummern und im erwähnten Duo mit der Geige.

Als Evangelist erzählte Joachim Streckfuß die Weihnachtsgeschichte spannend und geheimnisvoll und gab auch den Arien große Klarheit mit. In der Tiefe nicht immer ganz präsent, aber mit trefflicher Baritonlage komplettierte Bassist Erik Sohn die Solistenriege, die der Devise Letschert-Larssons folgend auf romantisch-opernhaft Stimmführung zugunsten barocker Klarheit verzichtete.

Das Publikum im nicht ganz ausverkauften Medio bedankte sich nach dem frohlockenden „Herrscher des Himmels“-Schlusschor bei Chor,